Wie würdet ihr euch fühlen, wenn ein kleiner Enkel ins Haus kommt und mit herrischer Stimme fragt: „He, wo sind Opa und Oma hingegangen?“ Ist es in Ordnung, wenn das Kind, sobald es ins Haus zu seinen Eltern und Geschwistern kommt, verlangt zu erfahren: „Wo sind Opa und Oma?“ Es ist unanständig, weil es ein schlechtes Benehmen ist. Hier sind die Großeltern, die schon über 80 Jahre alt sind, und der kleine Bengel steht fest vor seinen Eltern und den älteren Brüdern und Schwestern, die alle über ihm stehen, und verlangt lautstark zu erfahren: „Wohin sind Opa und Oma gegangen?“ Würde einer von ihnen schockiert sein und mit dem Kind schimpfen: „Wo sind deine Manieren?“
Warum, denkt ihr, ist das so? Normalerweise, wenn jemand dasselbe in einer anderen Situation getan hätte, hättet ihr mit ihm geschimpft und gesagt: „Wie kannst du Opa so behandeln?“ Aber wenn das Enkelkind fest dasteht und wieder fragt, werdet ihr euch freuen. Ihr werdet sagen: „Schon gut, schon gut, du möchtest zu deinem Großvater, nicht wahr?“ Wenn das Kind fragt, wo sein Großvater ist, möchte es dann Reiskuchen oder etwas zum Essen? An was denkt es? Es vermisst seinen Großvater. Ist es gut oder schlecht, ihn zu vermissen? Es ist gut!
Alle im Himmel und auf Erden vermissen ihn. Er vermisst sie auch; und warum ist das so? Wenn es zu seinen älteren Brüdern oder Schwestern schaut, dann möchte es gern auf ihrem Schoß sitzen. Aber wenn es die Situation genau betrachtet und die Stimmung seines älteren Bruders erkennt, dann ist es klar, dass sein Bruder es wegstoßen würde, wenn es nur wenige Minuten auf seinem Schoß gesessen hat. Auch wenn es zum Vater schaut, der müde ist, dann weiß es aus Erfahrung, dass der Vater, nachdem es zehn Minuten auf seinem Schoß gesessen hat, genervt ist. Es lernt, solche Dinge schnell wahrzunehmen. Aber bei seinem Großvater oder anderen älteren Menschen im selben Alter weiß es, dass Opa still halten wird, auch wenn es ein oder sogar zwei Stunden auf seinem Schoß sitzt. Von allen Familienmitgliedern umarmt es der Großvater am meisten.
Es ist eine gute Sache, wenn es vom Großvater umarmt und berührt wird, der sagt: „Deine Nase ist so. Deine Ohren sind so.“ Der Großvater streichelt es, drückt es und fasst es überall an, aber es macht ihm nichts aus. Wie herrlich wäre das! Wie großartig ist dies! Das ist genauso, als würde die höchste Baumspitze eins werden mit der Wurzel. Was wird geschehen, wenn die Hauptwurzel und der Haupttrieb einander mögen? Alle anderen Wurzeln und Äste, die damit verbunden sind, könnten es gar nicht verhindern, einander zu mögen. Denkt darüber nach. Wenn Haupttrieb und Hauptwurzel einander mögen, dann kann ihre Beziehung alles andere umarmen! Wer ist die Hauptwurzel in der Familie? Es ist der Enkelsohn – der erste Enkelsohn. Darum hat der Großvater immer ein Auge auf den ersten Enkelsohn. Ihr solltet das wissen. (139-15, 26.01.1986)
(Rev. Dr. Sun Myung Moon, „Cheon Seong Gyeong“, S. 457-458)
