Ganz gleich, was für ein starker Sturm und Wind kommen mag, oder ob ihr sogar zerstört werdet und sterbt, ihr solltet immer eine feste und unumstößliche Überzeugung besitzen und denken: „Zumindest ist meine Überzeugung absolut. Wenn irgendetwas nicht in Ordnung ist, dann ist das mein Fehler, aber Gottes Wille ist absolut richtig.“ Es wäre äußerst töricht von euch, vom Himmel zu träumen, während ihr an einem Glauben festhaltet, der am Morgen anders ist als am Abend. Was für ein Weg ist der Weg, auf dem man sich dem Himmel nähern kann? Er erscheint nicht in einer ichbezogenen Position. Wenn ihr bemerkt, dass ihr weit weg vom Himmel seid, dann müsst ihr das, was das Selbst genannt wird, in Stücke zerschmettern. Nur wenn ihr dieses Selbst verleugnet, wird der Weg geöffnet werden, der direkt oder indirekt in den Himmel führt.
Aber diejenigen, die andere dazu bringen wollen, sich ihnen anzugleichen, während sie sich selbst in den Vordergrund stellen, oder die selbst die Initiative ergreifen und andere zwingen, ihnen zu folgen, werden unfähig sein, mit dem Himmel eine Verbindung einzugehen.
Es ist offensichtlich, dass die Verwirklichung des Himmelreiches mit uns beginnt. Auch wenn das relationale Königreich etabliert werden würde, wir aber keine Menschen werden, die auf den Ruf dieses Königreiches antworten, dann hätten wir mit diesem Königreich nichts zu tun.
Was für ein Ort ist der Himmel? Es ist der Ort, wohin wir gehen, nachdem wir Satan besiegt haben. Es ist nicht der Ort, zu dem wir gelangen, indem wir uns oder nur das Selbst überwinden. Der Himmel kann den Bereich der gefallenen Welt, unsere Gewohnheiten oder die gewohnheitsmäßigen Umstände der gefallenen Welt nicht billigen. Da Satan unsere Gewohnheiten permanent kontrolliert und dort wohnt, kann der Himmel nur entstehen, nachdem wir jene Gewohnheiten überwunden haben. Der Himmel wird an einem Ort verwirklicht werden, welcher der Welt Satans entgegengesetzt ist. Wenn irgendwelche Reste davon übrigbleiben würden, dann könnte es nicht der Himmel sein. Wenn ein solcher Ort den Namen Himmel bekäme, dann wäre dies nichts als eine Täuschung.
Die Idee des Himmels kann aus einer Position heraus etabliert werden, in der Satan besiegt und alles verneint und darüber hinaus beseitigt wird, womit Satan eine Beziehung haben kann. Der Himmel kann nur auf der Grundlage entstehen, bei der die negativen historischen Relikte Satans und alle Inhalte eines satanischen Lebensstils verneint und beseitigt worden sind. Ohne diese zu entfernen, können wir die Inhalte des Himmels nicht präsentieren.
Der Himmel ist etwas so Wertvolles. Obwohl er als ein Ort mit einem absoluten Standard beschrieben wird, gibt es zu viel Verwirrung über unser Konzept vom Himmel. Menschen sehnen sich aus einem äußerst egoistischen Standpunkt heraus nach dem Himmel. Darüber bestehen keine Zweifel. Nur wenn wir diese Umstände mit absolutem Glauben überwinden, kann das Himmelreich erscheinen. Aber nur das allein wird nicht dazu führen, dass das Königreich tatsächlich Realität wird. Es wird nur verwirklicht werden, wenn wir Satan unterwerfen, der Gott seit Jahrtausenden Schwierigkeiten gemacht und die Menschheit getäuscht hat.
Auch hierüber kann es keinen Zweifel geben: Gottes Königreich kann nicht verwirklicht werden, indem wir einfach unterwürfig und gläubig mitlaufen. Es kann niemals verwirklicht werden, indem wir einfach nur ein gläubiges Herz haben. Da Satan uns immer zum Kampf herausfordert, wird das Königreich verwirklicht, wenn wir diese ständige Auseinandersetzung überwinden. Dafür brauchen wir staatliche Souveränität und zahlreiche Bürger. Eine große Zahl von Familien sollte ein Staatssystem schaffen und diesen Kampf für den gemeinsamen Zweck überwinden. In Gottes Position müssen sie fähig sein, zu jeder Zeit, an jedem Ort und ohne Konflikt Einheit und Harmonie mit ihrem Subjektpartner zu haben. Wir sind vielleicht fähig, in unserem Gemüt das Himmelreich an dem Ort zu empfinden, an dem wir bereit sind zu sterben und an dem wir Glauben haben, aber das ist nicht das substantielle Königreich. Obwohl während der letzten beiden Jahrtausende durch Martyrium und Leiden ein großer Preis bezahlt wurde, ist das Königreich im Bereich der Realität noch nicht verwirklicht worden. Das Königreich ist also nicht etwas, das einfach so entsteht.
In dem Bibelvers „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deiner Kraft und all deinen Gedanken“ bezieht sich Herr auf jemanden, der unvergesslich und ewig ist. Er ist ein Wesen mit absolutem Inhalt. Das Königreich entsteht nicht dadurch, dass wir an den Herrgott glauben, sondern indem wir Ihn lieben. Der Wille des Vaters wird nicht einfach durch den Glauben erfüllt, sondern durch die Liebe.
Wir müssen erkennen, wie unzureichend unser Glaube ist und wie sehr er bis jetzt von dem Prinzip abgewichen ist. Einige von euch sind vielleicht zum ersten Mal hier. Als Einzelperson könnt ihr nicht an einen Ort gehen, an dem ihr Trost empfangen könnt. Obwohl das Königreich in eurem Gemüt existieren mag, und obwohl Gott durch euch Freude empfunden haben mag, bedeutet das aber noch nicht, dass es auch auf der Erde etabliert wurde. Es ist vielleicht ein individuelles Himmelreich, aber es wird nicht das Himmelreich in seiner Gesamtheit sein. Was Gott sich wünscht, ist nicht das individuelle Himmelreich. Er freut sich nicht, wenn Er dessen Verwirklichung sieht. Können wir behaupten, dass das Himmelreich errichtet ist, wenn wir nur die Freude einer einzigen Person sehen? Gott hat Jesus Christus auf die Erde gesandt – die eine Person, an der Er sich erfreuen konnte. Er sollte das Zentrum für alle Nationen sein und sich mit allen horizontal bei der Suche nach dem Königreich verbinden. Deshalb hat Er den Messias auf die Erde gesandt und ihn geopfert. (46-74, 25.07.1971)
(Rev. Dr. Sun Myung Moon, „Cheon Seong Gyeong“, S. 691-692)
