Individuelle Vollkommenheit resultiert aus dem kontinuierlichen Vorgang des Gebens und Empfangens zwischen dem Gemüt und dem Körper und basiert auf dem Fundament der Liebe, das Gott am Anfang errichtet hat. Beide, Gemüt und Körper, sollen wachsen und reifen und sich dann ganz miteinander vereinen. Vollkommenheit kann nur erreicht werden, wenn unser Leben in der Liebe wurzelt, wenn es auf Liebe ausgerichtet heranreift und wenn diese Liebe auf diesem Fundament dann Knospen bildet und Früchte trägt. Wenn das Fundament der Liebe auf diese Weise errichtet wurde, dann kann Gott kommen und sich dort in Liebe verbunden niederlassen. Solange die Liebe nicht völlig zur Reife gelangt ist, kann das Fundament für ihre Früchte nicht errichtet werden.
Alle Dinge wurden in Übereinstimmung mit den Gesetzen der Liebe geschaffen und auf diese Weise existieren sie weiterhin. Betrachten wir einmal nur die Pflanzen: Sie tragen Früchte durch den Vorgang des Gebens und Empfangens oder durch die kreisförmige Bewegung zwischen Staubgefäß und Stempel in der Blüte der Blume. Dies gilt auch in der Tierwelt und bei den Menschen; alles und alle können nur durch die kreisförmige Bewegung der Liebe fortlaufend existieren. Auf diese Weise werden alle Dinge nur vollkommen, nachdem sie durch eine Beziehung der Liebe gekommen sind. In anderen Worten, alle Wesen können nur durch die Liebe vervollkommnet werden. Gemüt und Körper des Menschen können nur eins werden, wenn sie in einer Position sind, die mit dem Kern der Liebe Gottes übereinstimmt. Die Menschen können nur völlig reif werden, wenn sie, vereint in Gemüt und Körper, den Bereich von Gottes Liebe betreten. Nur dann können sie ihre Reise zur individuellen Vollkommenheit als Menschen beginnen, wie es ursprünglich zur Zeit der Schöpfung, das heißt vor dem Fall, beabsichtigt war. (Chukbokkajeong, 313)
Wenn wir das Gemüt und den Körper erforschen, erkennen wir, dass das Gemüt sich nach dem Himmel orientiert und der Körper nach der Erde. Wenn ein solches Gemüt und ein solcher Körper sich vereinen, welche Ideologie wird dadurch entstehen? Wir nennen sie die auf den Kosmos ausgerichtete Ideologie. Wisst ihr, was das ist? Es ist eine Ideologie, die einen Ort schaffen möchte, an dem sich Himmel und Erde oder die unsichtbare und die sichtbare Welt vereinen können. Wenn jemand den Kosmos beherrschen wollte, wäre es eurer Meinung nach für diesen Menschen möglich, den Kosmos zu regieren, wenn sein Gemüt und sein Körper nicht vollständig vereint wären? Wenn sein Gemüt und sein Körper sich nicht völlig vereinigen, kann gar nichts erreicht werden. Wenn sich aber das Gemüt und der Körper ausgerichtet auf Gott vereinen, dann wird Gott zum inneren Gott und der Mensch zum äußeren Gott; Gemüt und Körper werden eins, ausgerichtet auf die Liebe. (Chukbokkajeong, 313)
Adam muss mit Gott eins werden. Das Verbindungsglied zwischen ihnen ist die Liebe. Die Menschen sind die horizontalen Repräsentanten der existierenden Welt, Gott ist ihr vertikaler Repräsentant und Liebe verbindet beide miteinander auf ewig. Wenn Menschen im Körper eins werden mit Gott, dann werden ihr Herz und ihre Gefühle mit unendlicher Freude und Glückseligkeit erhöht. Am Ende werden Gott und Mensch eins durch die Liebe. Ebenso werden die Menschen durch die Liebe eins mit der Welt und die Verwirklichung der idealen Welt, die Gottes Zweck der Schöpfung erfüllt, beginnt von hier. (35-156, 13.10.1970)
Im Alter von 16 oder 17 oder 18 Jahren waren Adam und Eva durch die Pubertät gekommen und fingen an, das andere Geschlecht wahrzunehmen. Wie ein Mensch, der von dem Duft einer blühenden Blume entzückt ist, so wurden Adam und Eva, als sie heranwuchsen, zum anderen Geschlecht hingezogen. Sogar Gott ist von diesem Duft entzückt. Wenn Gottes Liebe und Adams und Evas Gemüt und Körper eins werden, wird der Kern des Universums gebildet und gemeinsam können sie sich auf den Weg begeben, auf dem sie die Verantwortung für alle Arten der Liebe übernehmen können. Aber leider sind sie von diesem Weg abgewichen. Wenn sie das nicht getan hätten, dann wären sie vollkommen eins miteinander geworden und Gott hätte sie niemals verlassen können. Und ebenso hätten Adam und Eva Gott niemals verlassen können. Folglich wären ihre Nachfahren von Generation zu Generation miteinander verbunden gewesen und hätten einen Stamm, ein Volk, eine Nation und die Welt gebildet. Diese Welt wäre dann eine Welt der Gnade, das Himmelreich auf Erden. (Chukbokkajeong, 310)
(Rev. Dr. Sun Myung Moon, „Cheon Seong Gyeong“, S. 448-449)
