Das Zentrum der Geistigen und der Physischen Welt

Ihr müsst euch um die Geistige Welt sorgen. Es gibt heute viele Religionen in der Welt, und ihr Zweck ist es, die Welt zu erforschen, in der wir in einer Beziehung zur Geistigen Welt ewig leben können, also eine Welt des ewigen Lebens, eine Welt, in der wir mit Gott zusammenleben können. Jene Welt ist das Ziel der Religion. Aber was ist aus den Religionen in der heutigen Zeit geworden? Sie sind im Niedergang begriffen, und wir leben in einem Zeitalter, in dem die Menschen zu dem Schluss kommen, dass Religion nur etwas für die Schwachen, für alle anderen jedoch unnötig ist, oder dass sie von den Menschen als ein moralisches Konzept geschaffen wurde. 

Sogar das Christentum, die zentrale Religion, ist im Niedergang begriffen. Amerika repräsentiert alle christlichen Nationen der Welt, aber jene, die in amerikanischen christlichen Familien aufgewachsen sind, haben ihren Glauben verloren und leben nach ihren eigenen Vorstellungen. Warum geben Christen ihre Religion auf, die doch den Himmel, den Wohnort Gottes idealisiert, der das Zentrum der Welt und aller Ideale ist?

Es gibt drei Gründe. Erstens, weil sie kein klares Verständnis von der Existenz der Geistigen Welt besitzen. Da wir die innewohnende Fähigkeit des Vergleichens besitzen, versuchen wir, eine schlechte Situation für eine bessere zu verlassen, immer auf der Suche nach Bereichen von höherer Dimension und größerem Wert. Das ist ein Teil der ursprünglichen menschlichen Natur. 

Zweitens ist es so, weil sie Gott nicht kennen. Drittens, weil sie nicht wissen, dass Liebe das Zentrum ist und uns mit Gott und der Geistigen Welt verbindet. Diese drei Punkte sind ihnen nicht bekannt. Selbst wenn sie von Gott und der Geistigen Welt wissen, so ist ihnen nicht bekannt, dass es eine Welt ist, die auf Liebe basiert. An einem Ort der Liebe seid ihr immer glücklich, ob ihr nach oben oder nach unten geht oder in der Mitte verweilt. Wird eine Ehefrau ihren geliebten Ehemann nicht mehr mögen, weil er eine höhere Position in der Gesellschaft einnimmt als sie selbst? Oder wird ein Ehemann seine geliebte Frau ablehnen, weil sie in einer niedrigeren Position ist als er selbst? In Einheit könnt ihr überall hingehen, von unten nach oben und umgekehrt – ihr könnt auch in der Mitte bleiben. Es gibt keine Grenzen. Folglich rufen viele Menschen in der Welt nach einer vereinigten Welt des Friedens. (91-140, 06.02.1977)

Das Gleiche gilt für die Geistige und die Physische Welt und für geistige und physische Wesen. Gott mit Seiner Liebe ist das Zentrum beider Welten, aber nicht für die gefallenen Menschen, an die wir normalerweise denken. 

Wir besitzen ein Gemüt und einen Körper, die in unterschiedlichen Dimensionen existieren. Das Gemüt unterscheidet sich von der Geistigen Welt. Wir sprechen von der Geistigen und der Physischen Welt in Bezug auf die Liebe Gottes. Dementsprechend muss Gott mit einbezogen werden, damit sie vereint werden. Ohne dass die Liebe Gottes mit einbezogen wird, kann die Geistige Welt nicht existieren. Sie ist mit Gott verbunden. Wir haben ein Gewissen. Wie unterscheidet es sich von der Geistigen Welt? Wie unterscheiden sich unser Gemüt und die Geistige Welt? Menschen mögen denken, dass das Gemüt der Geist ist, aber darüber herrscht Verwirrung. Wegen des Falls hat das Gemüt nichts mit der Geistigen Welt zu tun. In anderen Worten, das Gemüt eines gefallenen Menschen ist wie ein Körper ohne Knochen. Es gibt euch eine wirklichkeitsnahe Idee, wenn ihr euch vorstellt, dass es in einer solchen Form existiert. Das geistige Selbst besitzt einen geistigen Körper und ein geistiges Gemüt. Das Letztere steht in Verbindung mit der Geistigen Welt. Es steht mit Sicherheit in einer Beziehung zu Gott. Darum wird das geistige Gemüt nicht entstehen können, ohne eine Beziehung mit Gott aufzubauen. Versteht, dass Geist und Gemüt verschiedene Dinge sind. Das gefallene Gemüt hat keinerlei Beziehung mit Gott – Er hat es verlassen. Gott kann weder mit unserem Gemüt eine Beziehung haben noch es unmittelbar kontrollieren.
Euer Gemüt ist wechselhaft, es geht hierhin und dann dorthin, aber die Geistige Welt und geistige Wesen tun das nicht. Sie setzen sich ein ewiges Ziel, auf das sie sich dann fortwährend zubewegen. Warum ist das so? Es ist so, weil sie auf der Seite Gottes stehen. Das Gemüt, das in uns menschlichen Wesen wohnt, schwankt ständig hin und her. 

Ihr habt das vielleicht durch das Studium des Prinzips gelernt, aber was ist das geistige Gemüt? Es ist die Einheit von Gemüt und Geist, und es bewegt sich auf sein neues Ziel zu. Es ist ein motivierendes Gemüt, das uns zu unserem idealen Selbst werden lässt, indem es sich mit unserem Gewissen vereint, ausgerichtet auf Gott. Wenn wir also kein geistiges Gemüt hätten, dann wären wir nicht fähig, nach seinem Ursprung zu suchen, der uns mit der Geistigen Welt und mit der wahren Liebe verbinden kann. 

Wenn das geistige Gemüt sich in uns entfaltet, dann erfährt unser Körper Freude und alles wird ihm folgen. Alles wird beginnen, sich automatisch zu vereinigen. Unser größtes Problem ist die Trennung unseres Gemütes von unserem Körper. Wenn aber geistige Energie in unseren Körper fließt und den Ursprung unseres geistigen Gemüts erschafft, dann werden unser Gemüt und unser Körper ganz natürlich vereint. Ohne dass an der Wurzel eine Revolution geschieht, und ohne dass wir den Ursprung entdecken, der alles von der Wurzel her in Ordnung bringen kann, gibt es für uns keinen Weg, das Ideal zu finden. Es gibt kein Ergebnis ohne einen motivierenden Ursprung. Der Zweck der Religion ist es, in uns ein geistiges Gemüt einzupflanzen. Es gibt viele Religionen, die das geistige Gemüt zum Mittelpunkt haben. Es gibt alle möglichen Arten und Formen der Religion. (91-140, 06.02.1977)

(Rev. Dr. Sun Myung Moon, „Cheon Seong Gyeong“, S. 652-654)