Wahr zu sein ist nicht auf Einzelpersonen begrenzt. Es trifft sogar über das Gesamte hinaus zu und strebt danach, Verbindungen von Wert zu schaffen. Da das Wahre von jedem geliebt und von jedem gesucht wird, muss es überall sein. (63-88, 08.10.1972)
Wir haben uns hier nicht für unsere individuellen Zwecke versammelt, sondern für den Zweck des Ganzen. Folglich sollten wir unseren Familien dienen, bevor wir uns selbst dienen, unserem eigenen Volk vor unserer Familie dienen, unserer Nation vor unserem Volk dienen und unserer Welt vor unserer Nation dienen. Bevor wir also als Einzelpersonen wahr werden, müssen unsere Familien wahr sein und auch unsere Nationen und die Welt müssen wahr sein. Menschen sind mit dem Kurs der Wiederherstellung befasst, in dem sie als Einzelpersonen nicht die treibende Kraft für den Segen sein können. Was ist dann jene treibende Kraft? Es ist das Wahre. Damit Menschen ihr wahres Selbst verwirklichen können, müssen sie eine Beziehung zu Gott haben, der die Quelle allen Lebens, des Todes, aller Trübsal und allen Segens ist. Ohne diese Beziehung zu bilden, können sie als Einzelpersonen ihr wahres Selbst nicht erlangen. Das Wahre muss auf Gott ausgerichtet sein. Darum wird das Wahre verwirklicht, wenn die ausschlaggebende Grundlage gelegt ist, auf der die Menschheit in Ordnung gebracht und als Ganzes regiert werden kann. Ihr solltet wissen, dass ohne ein solches Fundament das Wahre nicht etabliert werden kann. Gott ist der Ursprung des Wahren. Das Wahre ist etabliert, weil Gott existiert. Wenn Gott geht, dann geht auch das Wahre. Dann wird der Ursprung des Bösen statt des Wahren erscheinen. Wir können nur wahre Resultate haben, wenn das Wahre existiert. Mit anderen Worten, Gottes Wunsch kann erfüllt werden, weil Gott existiert. Folglich werden Konzepte wie das Wahre und das Gute hauptsächlich von Gott und nicht von Menschen erstellt. Von diesem Standpunkt aus können wir verstehen, dass das Wahre nicht etwas ist, das die Menschen definieren können, wie sie wollen. Mit anderen Worten, das Wahre unterliegt nicht der beliebigen Handhabung von gefallenen Menschen. Vielmehr muss das Wahre die gefallenen Menschen regieren. Deshalb sollten wir uns immer dem, was wahr ist, fügen. Wir sollten das Wahre hochhalten und ihm demütig folgen. Auch wenn ihr eure tägliche Realität oder euer Gewissen betrachtet, könnt ihr nicht leugnen, dass das Wahre vollständig dem Himmel gehört. (24-315, 14.09.1969)
Wenn wir beten, sagen wir oft vage und aus Gewohnheit: „Unser wahrer Gott, unser heiliger Gott, der Du im Himmel bist.“ Bis jetzt hat das Wahre jedoch nicht im wahren Sinne existiert. Weil es nicht existiert hat, kann sein Ursprung nicht in der Geschichte der Menschheit gefunden werden, sondern an einem Punkt jenseits davon. Es übersteigt die Geschichte. Mit anderen Worten, da dieser Ursprung an einem Ort jenseits unserer gegenwärtigen Umstände gesucht werden muss, wird durch die Religion der Glaube des Menschen nicht auf eine einzige Person als Zentrum gegründet. Natürlich gibt es Menschen, die ihren religiösen Gründer als Maßstab ihres Glaubens betrachten. Es gibt jedoch auch Menschen, die über diesen Punkt hinausgehen und nach dem Wahren streben, indem sie Gott mit einbeziehen. Wenn wir dies bedenken, können wir sagen, dass viele Menschen die Geschichte hindurch nicht in der Lage waren, den Ursprung des Wahren im Verlauf ihres Lebens oder in der Gesellschaft, die sie umgibt, zu erfassen. Situationen, in denen Menschen nur untereinander verbunden sind, können nicht eine Quelle des Wahren bieten.
Das Wahre ist der absolute Maßstab. Folglich ist es nötig, dass Gott, das absolute Wesen oder die Gottheit, hier in Erscheinung tritt. Warum ist das so? Es ist so, weil es bis jetzt keine wahre Person auf der Erde gegeben hat. Folglich kann der Mensch, der im Streben nach dem Wahren lebt, nicht selbst die treibende Kraft für das Wahre sein. Diese treibende Kraft muss Gott sein. In der Religion oder in der Geschichte erscheint unweigerlich Gott, wenn die Menschheit zu den letzten und entscheidenden Wegkreuzungen kommt. Es entsteht dann eine definitive Notwendigkeit für das absolute Wesen.
Auch wenn ihr nach dem Wert des Seins sucht – dem letzten Ziel der Philosophie – oder zum Ursprung des Seins vordringt – dem letzten Ziel der wahren Erkenntnis –, so wird dieses Suchen unausweichlich Gott, das transzendente oder absolute Wesen, mit einschließen. Warum ist das so? Es ist so, weil Fragen über den Ursprung des Wissens oder den Wert der Existenz nicht beantwortet werden können, ohne eine Beziehung zum absoluten Wesen aufzubauen. Darum haben Menschen in ernsten Situationen immer versucht, Dinge durch das, was wahr ist, zu lösen. Wir können diese Tatsache nicht leugnen.
Folglich können Menschen allein nicht die Quelle des Wahren sein. Gott selbst, das absolute Wesen, muss hier mit einbezogen werden. Eine Religion, die das Wahre ohne Gott verkündet, ist undenkbar. Menschliche Moral, die das betont, was wahr ist, kann Gott nicht leugnen. Darum hat Konfuzius gesagt: „Jene, die dem Himmel folgen, werden gedeihen, und jene, die sich gegen den Himmel auflehnen, werden vergehen.“ Das sind Worte, die auf den Himmel ausgerichtet sind. Der Himmel muss zweifellos mit einbezogen werden. Sie besagen, dass Wohlstand, Niedergang, Fortschritt und Untergang nicht von Menschenhand bestimmt werden, sondern vom Himmel. Da das Wahre nicht ohne Ausgangspunkt erlangt werden kann, dessen Motivation vom Himmel kommt, stellt sich daher die Frage: „Wo ist der wahre Mensch unter den auf der Erde lebenden Menschen?“
Wo ist der Ort, wo das Wahre wohnen kann? Mit dem Himmel als Ursprung möchte Gott einen Ort des Wahren auf Erden errichten. Das ist Gottes Wunsch. Die Frage ist: „Wo auf der Erde kann es wohnen?“ Es würde in der Umgebung unseres täglichen Lebens wohnen. Darum hat Jesus gesagt: „Das Reich Gottes ist mitten unter euch.“ Das Himmelreich, welches die wahre Nation ist, befindet sich im Gemüt. Es hat sich seinen Platz in einem tiefen, tiefen Tal gesichert, in dem es keine Selbstsucht gibt.
Die grundlegenden Aspekte unseres Gemütes sind Intellekt, Emotion und Wille. In welchem von diesen dreien wird das Himmelreich wohnen? Welcher von den Aspekten Intellekt, Emotion und Wille ist der grundlegendste? Es ist weder der Wille noch der Intellekt. Es ist die Emotion!
Wenn ihr etwas besitzt, das euch äußerst wertvoll erscheint, wo würdet ihr es aufbewahren wollen? Ihr würdet es an einem Ort aufbewahren wollen, den nur ihr kennt, an einem Ort, an dem niemand sonst es berühren oder störend darauf einwirken kann. Es würde ein Ort sein, an dem nur ihr damit umgehen könnt. Wo ist dieser Ort? Er ist im tiefsten Teil eures Herzens. Ihr vergrabt es tief in eurem Herzen, und deshalb fühlt ihr euch veranlasst zu sagen: „Es ist hier sicher, ich kann mich entspannen.“ In anderen Worten, ihr legt es an einen Ort, der mit einer Truhe vergleichbar ist, in der Menschen normalerweise Wertgegenstände aufbewahren. Von diesem Standpunkt aus ist der Ort, wo das Wahre wohnen kann, der tiefste Teil eures Herzens. (24-317, 14.09.1969)
(Rev. Dr. Sun Myung Moon, „Cheon Seong Gyeong“, S. 185-187)
