Gott erschuf die Menschen, damit sie an Seiner Liebe teilhaben können. Ihr Lebensweg sollte mit Gottes Liebe beginnen; sie sollten in Seiner Liebe heranwachsen und reifen, dann Familien gründen und zu einer vollkommenen Verkörperung der Liebe werden. So würden sie sich mit der Liebe der Welt verbinden und auf diese Weise in den Schoß der Liebe Gottes zurückkehren.
Durch den Fall wurde dieser Weg von Grund auf zerstört. Die Beziehung zwischen Gott und Mensch wurde abgeschnitten. Eine Kluft kam zwischen Gott und Mensch zustande, und zwar dergestalt, dass keinerlei menschliche Bemühungen eine Rückkehr zu Gott erlauben würden. In ähnlicher Weise konnte auch Gott nicht einfach die Menschen erreichen, wie sehr Er es auch versuchte. Eine Mauer und eine Grenze wurden errichtet, und weder Gott noch die Menschheit waren fähig, diese Mauer zu überwinden. Die Menschheit war unfähig, Gott als ihre Eltern nachzufolgen und zu dienen. Diese Mauer entstand und blieb zwischen Gemüt und Körper der einzelnen Person und zwischen Ehemann und Ehefrau bestehen.
Solche Mauern entstanden auch in der Familie, dem Stamm, dem Volk, der Nation, der Welt und zwischen Himmel und Hölle in der Geistigen Welt. Obwohl Gott sich auf Seinem herrlichen Thron im Himmel befindet, können wir auf der Erde nicht die Mauern überwinden, die uns umgeben, ohne sie beiseitezuschaffen. Das ist die Tragödie der Menschen, die auf der Erde leben. Wie können wir sie beenden? Obwohl Menschen leben sollten, indem sie Gott als ihren Eltern nachfolgen und dienen und von Ihm in allen Aspekten des Lebens geführt werden, wissen sie entweder nicht, ob Er überhaupt existiert, oder sie verkünden, dass Er definitiv nicht existiert. Sie behaupten sogar: „Gott ist tot. Wir müssen Ihn aus der Welt fortschaffen.“ Eine derartige tragische Situation entwickelt sich in der Welt, in der wir leben. (135-267, 15.12.1985)
(Rev. Dr. Sun Myung Moon, „Cheon Seong Gyeong“, S. 702-703)
