Das Wahre und der wahre Mensch

Was meinen wir, wenn wir sagen, dass etwas wahr ist? Ist es rund, eckig oder flach und weit? Wie können wir es definieren? Was ist die Grundlage für eine Definition dieses Wortes? Das ist die Frage. Wir sagen „wahrer Mensch“, aber was für ein Mensch ist ein wahrer Mensch? Ein wahrer Mensch hat auch Augen, eine Nase, einen Mund und einen Körper. 

Ist das Wahre auf einen bestimmten Ort begrenzt oder geht es über den Ort hinaus? Es geht darüber hinaus. Warum muss es solche Grenzen übersteigen? Was bedeutet das? Wir können erkennen, dass es etwas sein muss, das alles repräsentieren und messen kann. Die Mathematik spricht über Formeln und die Physik spricht über Axiome und Definitionen, aber was sind diese? Ist eine Formel etwas Kleines? Die Bestandteile einer Formel sind einfach, aber eine Formel sollte auch einen grundlegenden Charakter haben, an dem alles gemessen werden kann. Nur so kann der Standard der Formel oder der Maßeinheit aufgestellt werden. Ihr solltet das wissen. Wenn etwas davon abweicht, wird es nicht in dieses unermessliche Universum passen. Bei den Maßen gibt es Systeme wie das Dezimalsystem oder das Binärsystem. Ihre Einheiten sind klein, aber ihre Formen passen zu allem. Andernfalls würden sie nicht funktionieren. Die ganze Sache würde nicht funktionieren. Wenn sie nur für einige Gebiete und nicht für alle geeignet wären, dann würden sie nicht funktionieren. Keine Existenz könnte so aufrechterhalten werden. Ihr solltet das wissen. 

Genauso verhält es sich in der menschlichen Welt. Wer ist der wahre Mensch? Es sollte im Leben so etwas wie einen Maßstab geben, und man sollte ihm die Befugnis geben, sich in der Welt auszubreiten. Er wird sich ausbreiten, so dass alles ausgewogen sein kann. Wir sollten verstehen, dass das menschliche Leben, der Lebensweg eines Menschen, einen solchen öffentlichen Weg braucht. (133-9, 01.07.1984) 

Es leben heute Milliarden von Menschen auf der Welt. Wie viele Vorfahren, die hier auf dieser Erde gelebt haben und gestorben sind, haben diese heute lebenden Menschen wohl? Habt ihr jemals darüber nachgedacht? Mindestens einige Hundert oder einige Tausend Mal so viele Menschen, wie heute gerade leben, müssen einmal gelebt haben und gestorben sein. Wie viele wahre Menschen von der Art, nach der die Menschheit sich sehnt, gab es wohl unter ihnen? Das, was wahr ist, ist immer wahr, ob vor Tausend Jahren oder heute. Wenn wir „echtes Gold“ sagen, meinen wir 24-karätiges Gold. Es verändert sich nicht auf Grund von Raum oder Zeit. Es verändert sich nicht abhängig von seiner Position. Es verändert sich nicht in einer sich schnell verändernden Umgebung, gleichgültig ob es sich in den Händen eines Königs oder in den Händen eines Schurken befindet. Darum nennen wir die Farbe des Goldes eine wahre Farbe. Die Menschen mögen die Farbe des Goldes. Wem ähnelt das Licht? Es ähnelt der Farbe des Goldes. Strahlendes Licht ist der Farbe des Goldes sehr nahe. Sonnenlicht ist auch golden. Der Abendglanz ist es sogar noch mehr. In ähnlicher Weise stellt sich die Frage, ob unter uns ein wahrer Mann ist, der eine Farbe hat, die sich auch in Hunderten von Millionen Jahren nicht verändern wird. Gibt es einen solchen wahren Mann oder eine solche wahre Frau? Was meint ihr? Die religiöse Welt sieht die Menschen als gefallen an. Es gibt natürlich Religionen mit verschiedenen Hintergründen, aber sie alle suchen nach einer neuen, wertvollen Person, durch die man Erlösung empfangen kann. Was bedeutet das? Es bedeutet, dass sie immer das wahre Menschsein, das wahre ursprüngliche Menschenbild suchen, da sie es bisher nicht erlangt haben. Das war immer das Gleiche, ob vor Tausend Jahren, vor Hunderttausenden von Jahren, oder am heutigen Tag. Auch in der Zukunft werden die Menschen in jeglicher Umgebung und jeglichem Zeitalter, wo und wann es Menschen gibt, einfach danach suchen müssen. Auch ihr sucht nach dieser wahren Person. Ihr sucht nach einem wahren Mann und einer wahren Frau. Jeder Mann und jede Frau, die in der Geschichte gelebt haben, müssen ihr Leben dafür einsetzen und darüber nachdenken. Das ist der Grund, weshalb ihr, wenn ihr in einem Dorf lebt, die beste wahre Person in jenem Dorf sein wollt. (177-99, 17.05.1988)

(Rev. Dr. Sun Myung Moon, „Cheon Seong Gyeong“, S. 190-192)